NPD-Provokation am Tag der Befreiung

 
Sebastian Schmidtke als Redner bei der neonazistischen Provokation am 8. Mai 2013 in Berlin-Karlshorst.
Sebastian Schmidtke (am Mikrophon) bei der neonazistischen Provokation vor dem deutsch-russischen Museum Berlin-Karlshorst am 8. Mai 2013.

Neonazis von NPD und NW Berlin störten am 08. Mai 2013 das Fest des Deutsch-Russischen Museums in Berlin-Karlshorst – unterstützt durch die Geheimhaltetaktik der Behörden

Auch in diesem Jahr nahmen Berliner und Brandenburger Neonazis aus dem Umfeld der NPD bzw. des Nationalen Widerstands Berlin (NW Berlin) den Tag der Befreiung zum Anlass, um zu provozieren und ihre revisionistische Sichtweise auf dieses Datum öffentlichkeitswirksam zu inszenieren. Wie bereits 2008 meldeten sie auch am 08. Mai diesen Jahres dazu eine Kundgebung vor dem Deutsch-Russischen Museum an.

Dort hatten sich wie in den Jahren zuvor zahlreiche Bürger_innen, Politiker_innen und internationale Gäste beim Museumsfest zusammengefunden, um an die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht an diesem Ort sowie an das Ende des Zweiten Weltkrieges zu erinnern. Ab 17 Uhr störten etwa 30 Neonazis aus Berlin und Brandenburg die Veranstaltung, die sich nur knapp 50 Meter vor dem Museum postieren durften. Mit Transparenten wie „Die Wahrheit macht euch frei“ und „Die Opfer des Kommunismus mahnen“ provozierten sie die Festteilnehmer_innen mit einer perfiden Täter-Opfer-Umkehr. Die genehmigte Kundgebung der Neonazis war der Museumsleitung nur wenige Stunden vorher von der Polizei bekannt gegeben worden. Anmelder und einziger Redner, dessen Pult ein Eisernes Kreuz zierte, war der NPD-Landesvorsitzende Sebastian Schmidtke. Unter den Anwesenden waren des Weiteren u.a. Uwe Meenen als Repräsentant der Berliner NPD sowie David G. und Björn W. aus dem Umfeld vom NW Berlin.

Trotz der kurzfristigen Bekanntgabe fanden sich mehr als 50 Personen eines breiten Spektrums zu einer Gegenkundgebung zusammen, die durch FestteilnehmerInnen verstärkt wurde. Nach einer guten Stunde rollten die Neonazis ihre Transparente und Fahnen ein und fuhren nach Königs Wusterhausen weiter, wo sie am dortigen Bahnhof ihre Geschichtsklitterung fortsetzen konnten. Sowohl Museumsleitung als auch Abgeordnete der Linken empörten sich über die polizeiliche Geheimhaltetaktik und über die Genehmigung einer solchen symbolischen Provokation in räumlicher und zeitlicher Nähe zur offiziellen Gedenkveranstaltung.