Nazi-Parteien trafen sich in Rom

Die Vertreter fünf offen neofaschistischer Parteien trafen sich am Wochenende in Rom in Vorbereitung auf die Europawahlen. Die wenigsten der fünf haben bei der Wahl Ende Mai Aussicht auf Erfolg. Anwesend war mit Jens Pühse auch ein Vertreter der NPD.

 

Am vergangenen Samstag (1.3.) hatte die italienische Forza Nuova (FN) zu einem Stelldichein neofaschistischer Parteien in ein römisches Vier-Sterne-Hotel geladen. Auf dem Podium saßen neben dem FN-Vorsitzenden Roberto Fiore der Präsident der spanischen Democracia Nacional (DN), Manuel Canduela, der Parlamentsabgeordnete Antionios Gregos von der griechischen Chrysi Avgi (X.A.), der Abgeordnete im Europaparlament Nick Griffin von der British National Party (BNP) sowie Jens Pühse als Vertreter der deutschen NPD. Mit der griechisch-zypriotischen ELAM, der Schwesterpartei der X.A., wurde eine Zusammenarbeit angekündigt.

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Screenshot eines spanischen Blog

Das Treffen mit mehr als einhundert SympathisantInnen stand unter dem verzweifelt hoffnungsvollen Motto „Europa erwacht“. In ihren Reden drückten die Parteivertreter ihre Hoffnung aus, eine Rolle im nächsten Europaparlament spielen zu können. Eine Hoffnung, die bei der griechischen Chrysi Avgi mehr als berechtigt ist. Aber auch die NPD könnte durch den Wegfall der Drei-Prozent-Hürde einen Sitz für den Spitzenkandidaten Udo Voigt abgreifen. Die anderen Parteien dürften voraussichtlich leer ausgehen. Die Reden wurden vom Publikum mit frenetischem Applaus und zum Teil auch mit gerecktem rechten Arm quittiert. Einen Anblick, den Ordner schnell unterbanden.

Fiore forderte in seiner Rede ein „Europa der Familien, des Kleingewerbes und der Bauern, und nicht des Sklaven der Politik der Europäischen Union der Austerität, der Banken, der Bürokraten und der haushaltsrechtlichen Einschränkungen.“ Und es war an Jens Pühse, dem „die Pflege der zahlreichen Kontakte unserer Partei zu ausländischen nationalen Parteien und Organisationen …eine Herzensangelegenheit“ ist, auf die düstere Zukunft seiner Partei hinzuweisen, die durch ein Verbotsverfahren bedroht ist. Er gab mit einem unerschütterlichen und unbegründetem Optimismus kund: „Ab dem 25. Mai werden wir, die Briten, Italiener, Griechen und Spanier ein alleiniger Oppositionsblock im Europäischen Parlament sein.“

Im Vorfeld der Tagung hatten römische Antifaschist_innen das Foyer des Hotels mit Farbe und Pferdedung beworfen, Motto: „Merda alle merde“.

Mit Material von Hope not Hate; eine Fotostrecke zur Tagung findet sich bei huffingtonpost.it und bei dem Fotografen Stefano Montesi.