Einfach kein Interesse – Bericht von der NPD-Kundgebungstour am Samstag in Berlin

Auf taube Ohren ist am Sonnabend die NPD in Berlin gestoßen. An insgesamt vier Orten hielt die Neonazipartei über den Tag hinweg Kundgebungen ab. Unter dem Motto "Sicher leben – Asylflut stoppen" demonstrierten die immer gleichen, insgesamt etwa 18 Neonazis in der Nähe von Flüchtlingsunterkünften in Köpenick, Alt-Friedrichsfelde, Hellersdorf und Pankow. Gegenproteste gab es an allen Stationen, es nahmen zwischen 40 und 80 Personen teil.

 
© apabiz

Auf Seiten der NPD traten NPD-Landeschef Sebastian Schmidtke und das Brandenburger Bundesvorstandsmitglied Ronny Zasowk als Redner auf. Hören wollte das so gut wie niemand: positive Reaktionen von AnwohnerInnen blieben an allen vier Kundgebungsorten aus. Einzig in Hellersdorf war ein knappes Dutzend lokaler Rechter gekommen, um die Kundgebung zu unterstützen.

Die Redebeiträge waren so erwartbar wie rassistisch. Schmidtke behauptete vollmundig, dass „43 Prozent“ aller Hartz-IV-EmfängerInnen „Ausländer“ seien. Zasowk forderte, dass Staatsgelder künftig nicht mehr nur in „Moscheen und islamische Gebetshäuser“, sondern lieber auch in „Schulen und Kindergärten“ investiert werden sollten.

Über den Lautsprecher des NPD-Kundgebungs-LKWs wurde mehrfach der Hiphop-Song „Für unsere Kinder“ des Hohenschönhausener Nazirappers „Villain 051“ abgespielt. Ein Video zu dem Song hatte „Villain 051“ zusammen mit einigen Brandenburger Neonazis kürzlich vor der Tür des Hellersdorfer Flüchtingsheims aufgenommen und auf Youtube gestellt. Der Rapper verwahrt sich im Netz dagegen, als „Nazi“ wahrgenommen zu werden – in einem anderen Lied ruft er allerdings zu einem „Rap-Holocaust“ auf.

[nggallery id=24]