NPD-Berlin bleibt im Hintergrund aktiv

Am vergangenen Freitagabend fand in der NPD-Parteizentrale in Köpenick eine Vortragsveranstaltung mit musikalischem Rahmenprogramm statt. Während die Partei in der Hauptstadt öffentlich kaum noch in Erscheinung tritt, führt sie im kleinen Rahmen immer wieder konspirativ vorbereitete Veranstaltungen durch.

 
NPD-Parteizentrale am 1.Mai 2009
NPD-Parteizentrale am 1.Mai 2009

„Millionen Fremde kosten uns Milliarden“ war das Thema einer Vortragsveranstaltung, die nach Recherchen von „Berlin rechtsaußen“ am gestrigen Freitagabend in der NPD-Parteizentrale stattfand. Vortragender war der ehemalige Berliner NPD-Landesvorsitzende Eckart Bräuniger. Für den musikalischen Abschluss des Abends soll der Neonazi-Liedermacher Sebastian Döhring, der unter dem Namen „Fylgien“ seit über zwei Jahren regelmäßig auf braunen Events auftritt, gesorgt haben. Der Titel der Veranstaltung entspringt einer rassistischen Postkarte der Partei, die mit einem Zitat des umstrittenen SPD-Mitglieds Thilo Sarrazin aufmacht. Auch die aktuelle Ausgabe des NPD-Organs „Deutsche Stimme“ titelt mit dieser populistischen Parole und dem Untertitel: „Sarrazins Thesen vertritt die NPD schon lange – und konsequenter“.

Öffentlich ist die NPD in Berlin kaum wahrnehmbar. Trotz eines Machtwechsels im Februar dieses Jahres, der zuvor amtierende Landesvorsitzende Jörg Hähnel wurde von Uwe Meenen abgelöst, konnte die neonazistische Partei keine nennenswerten Aktivitäten entfalten. Man beschränkt sich auf nicht öffentlich beworbene Treffen und versucht aktuell das eigene Profil in den rassistischen Kampagnen gegen Muslime – bei der NPD „Ausländer“ – aufrecht zu erhalten.

Der Kreisverband 2 – Nord, der die Bezirke Reinickendorf, Tegel und Wedding sowie den nördlichen Teil von Mitte umfasst, ist momentan einer der aktiveren in Berlin und führt regelmäßig Veranstaltungen in Tegel durch. Dazu gehören Filmvorführungen („Der Tod Jörg Haiders“), Sommerfeste und Vorträge (u.a. mit dem Holocaustleugner Gerd Walther). Als Kreisvorsitzender fungiert seit 2009 Richard Miosga, der verantwortlich für die Internetseite des neonazistischen „Deutschen Rechtsbüros“ zeichnet. Weitere Funktionsträger sind die ehemaligen „Republikaner“ Uwe Barteis und Tibor Haraszti (beide als stellvertretende Kreisvorsitzende) sowie Kay Eggert und Christian Jurk (beide als Beisitzer).