Brinkmann plant Austritt aus „Pro Deutschland“

Der in Berlin lebende schwedische Millionär Patrik Brinkmann hat nach eigenen Angaben sein Engagement bei „Pro Deutschland“ beendet und plant aus der Partei auszutreten. „Pro Deutschland“-Chef Rouhs war darüber nicht informiert, sieht in diesem Schritt aber keine „pragmatischen Auswirkungen“ auf die eigene Arbeit.

 
Hauptstadtbüro "Pro Deutschland"
Hauptstadtbüro „Pro Deutschland“

„Pro Deutschland hat es in Berlin nicht fertig gebracht, die zerstrittenen
Parteien an einen Tisch zu bekommen“, erklärt der aus Schweden kommende Unternehmer Patrik Brinkmann gegenüber dem Autor seinen Rückzug aus der „Bürgerbewegung Pro Deutschland“. Noch im Juli trat er als neues Parteimitglied auf dem Bundesparteitag der antimuslimischen „Bürgerbewegung“ im Schöneberger Rathaus auf. Deren Vorsitzender Manfred Rouhs zeigte sich überrascht, da er von dem geplanten Austritt nichts wusste. Man habe aber seit dem Parteitag keinen Kontakt mehr zu Brinkmann gehabt, weder E-Mails seien von ihm beantwortet worden, noch habe er Veranstaltungen der Partei besucht. Daher, so Rouhs, habe der Austritt keine „pragmatischen Auswirkungen“ auf die Arbeit der „Bürgerbewegung“. Auch finanziell ist Brinkmanns Rückzug kein Verlust: Insgesamt kann „pro Deutschland“ mit 100 000 Euro von Brinkmann rechnen. Das Geld stammt von Verbindlichkeiten, die „pro NRW“ gegenüber dem schwedischen Unternehmer hat und ist in den kommenden vier Jahren in Raten zu je 25 000 Euro an „Pro Deutschland“ zu zahlen.

Für Brinkmann, der in den vergangenen Jahren mit verschiedenen Organisationen und Personen der extremen Rechten in Kontakt stand, ist klar: „Wenn sie [die Parteien – Anm. d. Verf.] nicht funktionstüchtig sind, muss man sie ablegen und neue nutzen. Verbandstreue halte ich für eine politische Sentimentalität, die man sich nicht leisten kann.“ Trotzdem glaubt Brinkmann, dass „die guten Kräfte auch dieser Formation sich in anderen Zusammenhängen wieder finden werden.“