„Pax Europa“ gegen „anatolische Analphabeten und arabische Kriminelle“

Am Potsdamer Platz versammelten sich gestern, am Tag der Deutschen Einheit, rund 150 Anhänger und Sympathisanten der „Bürgerbewegung Pax Europa“. Zwar richtete sich die Kundgebung gegen „freiheitsfeindliche Ideologien“, doch drehten sich die Reden fast ausschließlich um „die“ Muslime und „den“ Islam.

 
Bürgerbewegung Pax Europa
Bürgerbewegung Pax Europa

Eigentlich wollte die „Bürgerbewegung Pax Europa“ (BPE) am Breitscheidplatz in Charlottenburg protestieren, doch die antimuslimische Konkurrenz von „Pro Deutschland“ meldete am selben Ort eine „Solidaritätsdemonstration für Thilo Sarrazin“ an. Wie Willi Schwend, Vorsitzender von „Pax Europa“ den rund 150 Anwesenden am neuen Kundgebungsort auf dem Potsdamer Platz mitteilte, war das Grund genug, den Veranstaltungsort zu verschieben. „Wir waren und sind eine Menschenrechtsorganisation und sind parteiunabhängig und lassen uns von niemandem vereinnahmen“, so Schwend.

Wie unabhängig die „Bürgerbewegung“ von Parteien ist, verdeutlichte die Anwesenheit von René Stadtkewitz, Bundesvorstandsmitglied von „Pax Europa“ und Initiator der Gründung einer neuen Rechtspartei unter dem Namen „Die Freiheit“ sowie von Marc Doll, der ebenfalls zum kleinen Gründungszirkel der Partei zählt und an diesem Tag als Redner auftrat. Dolls Rhetorik erinnerte an die von Vertretern der extremen Rechten, etwa wenn er von „linken Alt-68ern und Gutmenschen“ sprach, die einen „Schuldkult“ etabliert hätten und es daher verwerflich sei „Stolz für dieses Land zu empfinden“.

Die Kundgebung stand unter dem Motto: „Für Demokratie und Menschenrechte – gegen freiheitsfeindliche Ideologien“ und wurde von Willi Schwend moderiert. Neben Armando Manocchia von der „Associazione una via per Oriana Fallaci“ aus Italien, Alain Wagner von „Stop à la Charia“ aus Frankreich und einem Vertreter der „Dutch Defence League“ aus den Niederlanden, sprachen auch der Journalist Michael Mannheimer und die österreichische BPE-Delegierte Elisabeth Sabaditsch-Wolff.

In fast allen Ansprachen ging es um „Islamisierung“, „integrationsunwillige“ Migranten und die Forderung nach mehr Meinungsfreiheit. „Wir sind weder Nazis, noch ist irgendjemand von uns ausländerfeindlich. Aber in einer übervölkerten Welt versucht man uns einzureden, wir seien ein Einwanderungsland. Wir sind kein Einwanderungsland. Wir bilden Fachkräfte aus und lassen sie gehen. Wir holen uns dafür anatolische Analphabeten und arabische Kriminelle ins Land.“ Es sind Aussagen wie diese von Willi Schwend, die verdeutlichen, dass es sich bei der BPE nicht nur um ein Sammelbecken „islamkritischer“ Protagonisten handelt.

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